In der Weihnachtsbäckerei../Christmas baking awesomeness

.. Broilergirl sein hat Spaß gemacht, war sehr interessant und ich hab viel gelernt, aber zur Weihnachtszeit muss eine Pastry bitch nun mal tun, was eine Pastry bitch tun muss- Stollen backe! Und ich hab die ‚Tanner St. Bakery‚ kurzerhand in  meine Weihnachtswerkstatt verwandelt 🙂 Die Bäckerei ist, wie alle guten neuseeländischen Bäckereien, sehr europäisch angehaucht und die ursprünglich südafrikanische Besitzerin Paula, die hauptsächlich italienische Spezialitäten herstellt (nach Familienrezepten ihres italienischen Mannes) wollte diese Weihnachten deutsche Gebäcke anbieten. Wir haben schon seit einigen vielen Wochen Mailkontakt und haben beschlossen, dass ich mich zwei Dezemberwochen pastrymäßig austoben darf und den Kollegen beibringe wie man Stollen und andere Leckereien herstellt. Wahoooo!!! 🙂

Keiner kann sich vorstellen wie arg glücklich es mich macht wieder in der Backstube zu stehen! Den ganzen Tag Teig rumwämmsen, Stollen wirken, Karamell kochen, Cookies verzieren, mit Schokolade spielen.. und zu Weihnachtsmusik (ich hab Bäcker/DJ Jeremy auf meiner Seite, alle anderen haben was gegen meine Weihnachtsmusikobsession, komisch..) singend und tanzend durch die Backstube springen 🙂 Nach Arbeit komme ich wieder in bester Laune nach Hause und während alle roomies genervt über ihre langweiligen Jobs jammern erzähle ich freudestrahlend Backgeschichten und bin mir wieder einmal sicher den besten Job zu haben 🙂

Die ‚Tanner St. Bakery‘ hat eine wunderschöne große Backstube,

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in der das arbeiten gleich doppelt Spaß macht und einen kleinen Verkaufsraum, von dem aus die Kunden in die Backstube schauen können. Allerdings ist alles so großräumig, dass es nicht belastend ist 😉

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‚Wir‘ (as in die Konditoren) von ‚Traditionally Tuscan‚ teilen uns die Backstube mit Jeremy, der mit ‚Bellbird- baked goods‚ seine eigene kleine Bäckerei betreibt, zusammen unter dem ‚Tanner St. Bakery‘ Dach. Jeremy weiß definitiv was er tut und stellt köstliche Brote (die schmecken sogar wie daheme!!), Baguettes, Ciabatta, Focaccia und süße Leckereien wie Croissants (Pariserinnerungen 🙂 ), Pain au chocolat und Puddingschnecken (ganz genau wie daheme!!) her.

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Traditionally Tuscan hingegen ist ganz besonders für original Panforte bekannt, ein italienischer Früchtekuchen, der seinen Ursprung in Siena hat und ich kann durchaus bestätigen, dass Christchurchs Panforte so schmeckt wie ich es vom letzten Italienurlaub in Erinnerung hab.

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Zu drei verschiedenen Panfortesorten (original, mit Feigen und Schokolade) gesellen sich diverse Plätzchen (mit interessanten Namen wie Cavalduci und Ricciarelli.. so langsam lerne ich welches Plätzchen sich hinter welchem fancy Namen versteckt :D) und sowohl italienische Torten als auch französische (Bûche de Noél gerade passend zur Jahreszeit), dank der französischen Mitarbeiterin, die so wie ich durchs Land worked und travelled 🙂 Alles wird frisch und handwerklich und mit guten Zutaten hergestellt (sogar das Marzipan stellen wir selbst her, weil Paula es so gern verwendet, aber in Neuseeland kein ordentliches zu bekommen ist und das Zitronat/Orangeat lässt sie aus Spanien liefern, weil das neuseeländische qualitativ nicht hochwertig genug ist..), Paula probiert wahnsinnig gern neue Rezepte aus und ist offen für Vorschläge und Ideen, es macht Spaß Teil des Teams zu sein! 🙂

Ich hab die letzten paar Wochen fleißig Lieblingsrezepte gesammelt (an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Lieblingskondifreundin Viki, die mich mit heimischen Rezepten versorgt, die Lehrer mit tausend Fragen gelöchert und mir sogar ein Emergencybackpaket geschickt hat, welches auf den Tag genau pünktlich angekommen ist. Ich glaub kein Mensch hat sich jemals so über Pottasche und Hirschhornsalz gefreut 😀 ) und da ich leider nicht alle hier backen kann (muss ja auch alles an die Kiwis gebracht werden innerhalb von zwei Wochen) haben Paula und ich uns auf sechs verschiedene deutsche Weihnachtaleckereien geeinigt. Nun gibt es im kleinen Laden der Bäckerei Stollen, Dominosteine, Baumkuchenspitzen, Walnuss-Elisenlebkuchen, Eingelegtes Teegebäck und Linzer Plätzchen zu kaufen 🙂

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25 kleine Jesus Babys :)
25 kleine Jesus Babys 🙂

Und das kommt alles wahnsinnig gut an, sowohl bei den Kollegen (Paula:“Zuerst dachte ich die Baumkuchenspitzen werden mein favorite.. bis ich die Elisenlebkuchen probiert hab.. es gibt nichts besseres als Elisenlebkuchen!!“ und Paula’s Tochter:“ Ey Mama, der Stollen ist way better als der, den du letztes Jahr gemacht hast!!“) als auch bei der Kundschaft 🙂 Der Renner ist momentan das Eingelegte Teegebäck, was so gern gekauft wird, dass ich mich heute schon wieder hinstelle und Mürbteigstangen zusammenbastel.

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Auch die zweite Fuhre Stollenbatzen hatte ich gestern im Ofen und während ich die verbrannten Rosinen abpopelte und mir der Geruch des warmen Stollen in die Nase stieg habe ich mich beinah wieder wie in der Wetzstraße gefühlt. Ich konnte spüren wie der kalte Dezemberwind über Bauer’s Hinterhof fegt und ganz leise hören wie Herr Müller neben mir beim Stollen buttern ‚Last Christmas‘ singt 😀 No but seriously, es ist Wahnsinn, wie viele Erinnerungen Gerüche in uns wecken können. Und der Geruch von frischgebackenen Weihnachtsplätzchen bringt mich zurück in Omas Küche, wo wir jedes Jahr im Advent ein ganzes Wochenende lang Plätzchen gebacken haben und schon damals konnte ich gar nicht genug vom backen bekommen. Oma’s kleine warme Küche, der Geruch von Kokosnuss, wenn wir unsere Lieblingsplätzchen gerollt haben, das laaange warten während die Leckereien im Ofen sind (und dann haben wir sie doch vergessen, weil es so viel zu reden gab, Oma war einfach die beste Zuhörerin) und die Freude das erste noch heiße Plätzchen zu probieren. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, gerade wenn ich meine deutschen Rezepte hier in Neuseeland ausprobiere sitze ich gespannt vor dem Ofen und hoffe, dass sie so gut werden wie Zuhause. Und wünschte Oma könnte sehen wie aus ihrer kleinen Adventsbäckerhelferin eine große Tortentante geworden ist..

Weil ich hier momentan so ultra rebellisch bin (und keine Thüringer Bäckermafia im Nacken sitzen hab, die mich dafür vermutlich lynchen würde) habe ich zwischen jede Schicht Baumkuchenmasse Karamellsoße (stand gerade so einladend frisch gekocht auf dem Tisch) und einen Hauch grobes Meersalz gestrichen.. hell yeah, des isch awesome geworden!!

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Ansonsten hab ich mich brav an die traditionellen Rezepte gehalten und wenn ich meine Weihnachtsbäckereien für den Tag beendet habe helfe ich beim allgemeinen italienischen Rumgebacke.. und die Verzierung der Lebkuchen habe ich auch übernommen, weil sonst keiner die Geduld für die Feinarbeiten hat 😀

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Genauso habe ich mir meine ‚bake my way around the world‘ Mission vorgestellt, Neues lernen, Rezepte sammeln und das weitergeben, was ich in meinem kleinen Kondileben bisher gelernt hab. Sometimes everything somehow just falls into place, dieses Jahr besonders 🙂

In diesem Sinne wünsch ich euch eine schöne restliche Weihnachtszeit, three little birds and every little thing is gonna be alright.Cheerio! 🙂

Hey yo mates, here is your english version!

Being a Broilergirl was fun, interesting and I learned a lot. But when Christmastime comes a pastry bitch just has to fulfill her purpose in life- make german christmas Stollen! And so I turned the ‚Tanner St. Bakery‚  into my little Santa workshop 🙂 This bakery is, like every good NZ bakery, very european and South African native owner Paula, who mostly bakes Italian specialities (with old family recipes from her Italian husband) wanted to sell german ggoodies this year. We’ve been in contact since quite a while and decided I could go Christmas baking crazy two weeks in December and teach the staff how to make Stollen and stuff. Wahoo!! 🙂

Nobody could possibly uunderstand how unbelievably happy it makes me to be working at a bakery again. My days are filled with dough kneading, caramel cooking, cookies decorating, chocolate playing and singing and dancing through the pastry kitchen to christmas music (I have baker/DJ Jeremy on my site, nobody else appreciates my Christmas music obsession.. weird). After work I get back home in the best mood again and whereas all my roomies complain about their boring jobs I tell happily latest baking stories and know for sure I must have the best job in the world! 🙂

The ‚Tanner St. Bakery‘ has a beautiful huge bakery kitchen, which makes working there twice the fun! And a small open retail area/Café from where customers can watch us work. But everything is far away enough to not get annoying 😉

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We (as in the pastry people from ‚Traditionally Tuscan‘) share the space with Jeremy and his bakers, who owns the ‚Bellbird- baked goods‘ bakery. So it really is two bakeries under the ‚Tanner St. Bakery‘ roof. And Jeremy sure knows what he is doing!! He bakes amazing sourdough bread (tastes just like home), focaccia ,ciabatta, baguette and pastries such as croissant (oh sweet Paris memories..), pain au chocolat and vanilla cream swirls (they look just like home!). Whereas ‚our‘ bakery is mostly known for its Panforte, a traditional Italian fruitcake which has its origin in beautiful Siena. And I can definitely confirm that Christchurchs Panforte tastes just like how I remember it from the last Italy vacation!

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Besides different Panfortes (original, fig, chocolate),we do have various cookies (with funny names such as Cavalduci and Ricciarelli.. I’m Ijust starting to understand which cookie goes under which fancy name 😀 )

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and Italian and french cakes, thanks to my french coworker, who is work and travelling the country as well. Everything is fresh and handmade with high quality ingredients (we even make our own Marzipan because Paula loves using it and there is no good one around. And our candied lemon/orange peel gets in from Spain because the NZ one is too low in quality.. that’s dedication right there!!), Paula loves trying new recipes and is very open to suggestions and new ideas, it’s just fun to be part of the team!

I was busy the last few weeks collecting all of my favorite recipes (a HUGE thanks to best-pastry-friend Viki right here who  organized me some of her family recipes, annoyed our teachers with hundreds of questions and even sent me a survival package which made its way to Christchurch exactly the day I needed it. I think nobody ever before was that happy to see those special rising agents Pottasche and Hirschhornsalz 😀 Everybody here just calls it Josie’s magic powder)but since I unfortunately can’t make all of them last and I decided on six different german awesomeness stuff. So now you can get Stollen (Christmas kinda fruitcake with lots of butter and sugar and raisins and some candied peel and yum), Dominosteine (two layers of soft gingerbread with special Christmas jam, Marzipan and covered in chocolate), Walnuss-Elisen (they are the BEST!!! It’s some kind of walnut gingerbread, omigod, I can’t describe it, you have to experience it to understand),

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fancy black-white cookies (oh how I hated them in pastry school when I had to practice them for the exam..biggest pain in the back. And now I quite enjoy making them and they are always a big hit),

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Baumkuchenspitzen (a layered soft cookie, looking like the inside of a tree) and Linzer Cookies (a spiced cookie with black currant jam) in our little bakery. And everybody loves it!! My coworkers (Paula:“I thought the Baumkuchen would be my favorite.. until I tried Elisen, omigod, nothing better than Elisen!“ And her daughter:“Mom,this Stollen is like way better than the one you tried to make last year!“) as well as the customers. The biggest hit seem to be the fancy black and white cookies so I’m getting to do them again today. I already had the second batch of Stollen in the oven as well! And while I was picking off the burnt raisins and the smell of the fresh and hot Stollen hit me, I felt like I was back again in my bakery in the Wetzstraße, I could almost feel the cold decemberwind blowing through Bauer’s backyard and hear Herrn Müller singing next ‚Last Christmas‘ next to me 😀

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No but seriously, it’s amazing how smells can bring back so many memories. And the smell of Christmas cookies brings me back into grandma’s kitchen, where we used to bake cookies for a whole weekend every year at Christmastime. I remember the smell of coconut when we were rolling our favorite cookies, eagerly waiting while they were in the oven for what seemed like forever (and then we’d forget them anyways over talking too much.. Oma was always the best listener), the happiness when trying the first still hot cookie. And it’s still like that, especially when trying my german recipes over here I sit in front of the oven, watching the goodies and hoping they turn out as perfect as back home. And wishing Oma could see how her little bakerhelper turned into a big  pastrygirl..

Since I’m being extremely rebellious lately (and don’t have a thuringian Bakermafia watching me) I spread between each layer of Baumkuchen some homemade caramel sauce and some coarse sea salt.. hell yeah, awesome!!

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Other than that I stayed with the traditional recipes and when I finish my christmas baking for the day I help with the rest of the baking goodness. And I get to ice the  gingerbread cookies!! 🙂

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This is exactly how I wanted my ‚ bake my way around the world‘ mission to be like! Learning new things and recipes and sharing what I’ve learned in my little pastry life so far. Sometimes everything just falls into place somehow, right?! Especially this year 🙂

Merry Christmas, my friends and enjoy it with your loved ones. Every little thing is gonna be alright, Cheerio, Josie

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